Das Koordinatensystem für Deutschlands Unternehmen hat sich fundamental verändert. Wer heute Wachstum organisieren und nachhaltigen unternehmerischen Erfolg sicherstellen will, sieht sich immer komplexeren Rahmenbedingungen ausgesetzt. Über Zukunftsperspektiven und Geschäftsergebnisse entscheiden längst nicht mehr allein Investoren, Analysten und die Märkte.
Erfolgreiche Unternehmen müssen sich vielmehr in anspruchsvollen politischen und gesellschaftlichen Gemengelagen behaupten. Die Erwartungen an Unternehmen und ganze Branchen zur Lösung "großer" gesellschaftlicher Fragen – etwa im Hinblick auf Klimaschutz, Umgang mit Globalisierungsfolgen, Sicherstellung von Sozialstandards, Bewältigung des demografischen Wandels oder Überwindung der sozialen Kluft – sind in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat hier – nicht nur für Unternehmen der Finanzwirtschaft – eine katalytische Wirkung gehabt.
Es kommt nicht von ungefähr, dass Analysten und Rating-Agenturen Unternehmen heute immer stärker danach bewerten, wie sie ihre "Licence to operate" definieren, wie sie den sich verändernden gesellschaftlichen und politischen Erwartungen gerecht werden und wie sie in der Lage sind, sich volatilen und nicht immer rationalen politischen Herausforderungen zu stellen. Management, das dies nicht erkennt und beherrscht, wird abgestraft.
Die Herausforderungen werden größer. Die Zeiten des "Hinterzimmer-Lobbyismus" und alten Denkens im Zusammenwirken von Wirtschaft und Politik sind vorbei. Politik, Medien und gesellschaftliche Gruppen sind heute verschränkter denn je. Und politische Machtkonstellationen wechseln immer schneller, häufiger und unvorhersehbarer. Die bekannte "Farbenlehre" gilt nicht mehr, die Orientierungslinien auch innerhalb der Parteien verschieben sich. Die Rot-Grüne-Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen oder die programmatische Öffnung der CDU in zentralen umwelt- und wirtschaftspolitischen Fragen sind nur einige Symptome einer sich weiter wandelnden politischen Landschaft, einer neuen politischen Ordnung.
Ergo: Die Fähigkeit, öffentliche und politische Wirkungszusammenhänge richtig zu "lesen" und sich in seiner Unternehmensführung darauf einzustellen, ist essenziell. Es geht nicht nur um die richtige Positionierung, sondern immer stärker auch um die Entwicklung von Lösungsbeiträgen für die großen gesellschaftlichen Fragen – auch zur Entlastung und Befähigung der Politik. Die Bereitschaft und Fähigkeit zu einem breit angelegten gesellschaftlichen und politischen Dialog wird immer mehr zu einer Schlüsselfunktion des Managements – und zu einer notwendigen Bedingung für das Bestehen auf den Kapitalmärkten. Gerade für Unternehmen, die auf Planungssicherheit angewiesen sind und Handlungsspielräume statt dirigistische Vorgaben brauchen, ist ein breiter gesellschaftlicher sowie Parteien und Legislaturen übergreifender politischer Dialog immer erfolgskritischer zur Durchsetzung ihrer geschäftlichen Ziele.
Mit dem Beratungsbereich Corporate & Public Affairs bietet Deekeling Arndt Advisors nachgewiesene Expertise, um Unternehmen bei dieser zentralen Managementaufgabe zu unterstützen.
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